Knapp daneben …

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Mit den Fremdwörtern ist es so eine Sache: Eigentlich will oder kann man weitestgehend ohne sie auskommen, aber manchmal eben doch nicht, manche Dinge lassen sich prägnant … äh zutreffend nicht so gut auf Deutsch benennen, oder es entstehen sprachliche Ungetüme, die auch keine rechte Freude machen.

Gerade im beruflichen Umfeld erlebt man da natürlich so einiges, und wenn es um Fachausdrücke geht, ist so mancher „Normalverbraucher“ aber auch wirklich überfordert.

Früher habe ich in meiner richterlichen Tätigkeit auch mal Mietsachen bearbeitet. In einem Fall ging es darum, wer den von einem Wohnungsmieter in seiner Not herbeigerufenen Installateur bezahlen sollte: Aus seiner Toilette und über deren Rand hinaus quollen übelriechende Fluten, sie stiegen immer weiter an, und der Vermieter war nicht zu erreichen. Der Installateur konnte bei seiner gottlob erfolgreichen Tätigkeit eindeutig feststellen, dass nicht der Mieter den Rückstau verursacht hatte; vielmehr waren in das Entwässerungsrohr eingedrungene Wurzeln die Ursache allen Übels.

In Erinnerung geblieben ist mir die Sache, weil in den Schriftsätzen eines der beiden Anwälte ein paar Mal von „Fickalien“ die Rede war, die das Bad des armen Mieters überfluteten. Ich nahm und nehme noch heute an, dass „Fäkalien“ gemeint waren …

Später habe ich dann eine zusätzliche Ausbildung zum Mediator gemacht. Das, was der Mediator anbietet, ist der Versuch einer Streitschlichtung außerhalb eines formalisierten Gerichtsverfahrens, eben eine Mediation. Nun kommt es schon mal vor, dass das Ganze von nicht so sehr mit der Materie vertrauten Mitmenschen Meditation genannt wird, und in manchen Fällen mag es da ja durchaus Berührungspunkte geben. Als jedoch ein interessierter Klient die Sache als Medikation bezeichnete, habe ich vorsichtshalber mal lieber erklärt, dass ich weder bittere Arznei verschreiben noch über Krankenschein abrechnen könne.

Merke:  Manchmal ist des Menschen Sprache – eine komplizierte Sache

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