Flausch fliegt zum Mond

Rund, kalt und bislang unbewohnt,
unendlich weit entfernt: Der Mond.
Mit Fussilein im Mondenschein
genießt Flausch das Zusammensein;
denn auch für Schafe ist gut munkeln
bei Mondeslicht und Sternefunkeln.
Zärtlich gibt Flausch dem süßen Fussel
so manches heißverliebte Bussel
und denkt dabei von Zeit zu Zeit:
„Der Mond ist zwar unendlich weit,
doch wär' ich einmal allzu gerne
da oben auf der Mondlaterne…“

An einem Morgen kurz darauf
schlägt Flausch die Schafe-Zeitung auf.
Dort steht, die NASA suche grad
ein Schaf, das Mut und Power hat;
man teste, ob denn auf dem Mond
sich Schafzucht wie auf Erden lohnt.
Ein Pionierschaf müsse drum
mal hoch zum Praxisstudium.
Flausch liegt ein paar Nächte wach,
es grübelt und denkt tüchtig nach.
Dann ist es schließlich wild entschlossen:
„Ich werde auf den Mond geschossen!“
Mit ein paar and‘ren Kameraden
wird Flausch zum Training eingeladen.
Und dann, am Ende aller Teste
heißt es: Flauschi ist der Beste!!
Noch eine kleine Abschiedsfete,
und schon wartet die Rakete.
Kaum ist Flausch drin, gibt's einen Knall,
und schon geht's los mit Überschall…
Trotz dieser ungewohnten Eile
hat Flausch ein wenig Langeweile;
drei Tage in der Kapsel hocken,
da jucken schon einmal die Locken.
Doch Gottseidank hat Flausch viel Heu
und frisches Wasser mit dabei.
Dann setzt das Raumschiff auf, ganz sacht,
die Luke wird schnell aufgemacht,
und Flausch läuft, noch ein wenig taub
über des Mondes grauen Staub.
Es schaut, wo denn die Weide wäre,
dass es an frischem Gras sich nähre.

Flausch rennt herum, kreuz und auch quer –
doch Gras erblickt es nimmermehr;
und auch in einer kleinen Senke
keine Spur von einer Tränke.
Soweit das Auge reicht, nur Sand
und Staub und Fels, nur ödes Land.
Flausch funkt herab zur Mutter Erde,
dass es nicht länger bleiben werde;
es säh' sofort mit bloßen Augen,
für Schafe würd' der Mond nicht taugen.
Trotz Wolle sei es viel zu kalt
für einen Daueraufenthalt.
Nichts sei für's Schaf hier akzeptabel
und Schafzucht daher nicht rentabel.
„Okay“, mailt Houston bald zurück,
„dann komm halt heim, gut' Flug, viel Glück!“
Ein letztes Mal blickt Flausch sich um –
dann düst es los mit viel Gebrumm.
Es schläft sich erst mal richtig aus
und träumt von Fussel und zu Haus.
Zurück vom Mond ist Flausch ein Held:
Im All das erste Schaf der Welt!
Es ist der Star in allen News,
in Talk-Shows und in Interviews;
seine Antwort stets dieselbe:
„Der Mond ist wirklich nicht das Gelbe!
Und hör' ich, es geht gar zum Mars,
dann sag' ich: Ohne mich! – Das war's.“
Höhenflüge sind nicht schlecht,
doch eher was für uns'ren Specht.
Flausch bleibt lieber auf der Erde,
bei seinem Fussel und der Herde.

Hier kommen Flauschis Abenteuer auf dem Mond als Film – mit der großartigen und unverwechselbaren Stimme von Wilfried Schmickler:

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